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Neuigkeiten rund um das Thema Pflanzenforschung

Stress und Schlaflosigkeit mit natürlichen Mitteln begegnen

Das Thema Stress ist in der heutigen Zeit allgegenwärtig. Laut „Stressreport Deutschland 2019“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ist das Stresslevel der Deutschen seit Jahren ungebrochen hoch. Das liegt vor allem an der steigenden Arbeitsintensität und an der fehlenden Planbarkeit der Arbeitszeiten. Handlungsspielräume bei der selbständigen Einteilung der arbeitsbezogenen Aufgaben nehmen ab. Auch die Erholung nach der Arbeit büßt an Qualität ein, sodass das Stresslevel zuhause nicht abnimmt. Folge sind teilweise erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen. 

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„Weiterhin stieg der Anteil der Beschäftigten, die von emotionaler oder körperlicher Erschöpfung, allgemeiner Müdigkeit, Mattigkeit, Erschöpfung oder nächtlichen Schlafstörungen berichten, im Vergleich der Jahre 2012 und 2018.“

– Stressreport (BAua) 2019

Richtig nach der Arbeit erholen

Die Lebensqualität nimmt ab, wenn man sich nach der Arbeit nicht ausreichend erholt. Leichter gesagt als getan? Viele Menschen müssen nach der Arbeit noch weitere Aufgaben erledigen. Egal ob Kinder, Partner oder Haushalt, auch daheim warten noch häusliche Pflichten. Der erste Schritt in die Erholung ist das Abschalten, denn die Stresshormone, die Sie tagsüber ausgeschüttet haben, müssen abgebaut werden. Versuchen die den Arbeitstag durch ein Ritual gezielt zu beenden. In gemütliche Kleidung schlüpfen, einen Tee trinken oder mit dem Hund rausgehen – was Sie wählen hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Schließen Sie gedanklich mit der Arbeit ab und versuchen Sie aktiv Gedanken oder Gespräche über die Arbeit auszusetzen.

Guter Schlaf ist eine weitere wichtige Komponente, wenn es um Erholung geht. Das Schlafzimmer sollte nicht zu warm sein – lüften Sie kräftig durch, bevor Sie sich schlafen legen. Buch statt Handy oder Laptop: Die blauen Lichtanteile in Bildschirmen hemmen die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Trinken Sie zudem abends keine koffeinhaltigen oder alkoholischen Getränken.
Weitere hilfreiche Tipps finden Sie hier.

Pflanzliche Mittel zur Unterstützung

Die Natur bietet viele Möglichkeiten, beim Entspannen und gutem Schlaf zu unterstützen. Pflanzliche Alternativen haben in der Regel weniger Nebenwirkungen und machen nicht abhängig. Wir haben die gängisten pflanzlichen Helfer für Sie zusammengetragen:

Baldrian

Baldrian ist wohl die beliebteste Pflanze, wenn es um innere Unruhe und Schlafprobleme geht. Während Baldrian tagsüber beruhigt, verbessert er nachts die Schlafqualität. Dass die Pflanze auch bei Schlafstörungen hilft, konnte bis jetzt nicht bewiesen werden. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2010 kommt zu dem Schluss,  dass „seine Wirksamkeit nicht mit quantitativen oder objektive Messungen nachgewiesen [werden konnte]“. 

Das HMPC – die europäische Behörde für pflanzliche Arzneimittel – gibt ebenfalls keine Einnahmempfehlung bei Stress und Schlafstörungen ab, da es nicht ausreichend wissenschafltiche Daten gibt. 

Auch wenn die wissenschaftlichen Daten noch fehlen, ist die beruhigende Wirkung von Baldrian weithin anerkannt. Der genaue Wirkmechanismus muss jedoch noch erforscht werden. 

Fazit: Für leichte Unruhe und für eine verbesserte Schlafqualität ist Baldrian eine gute pflanzliche Unterstützung. Einen wissenschaftlichen Beweis, dass die Pflanze bei Schlafstörungen hilft, gibt es allerdings nicht. 

Hopfen

Wie auch Baldrian kann Hopfen bei innerer Unruhe und Schlafproblemen helfen. Es wird vermutet, dass Hopfen einen ähnliche Wirkung wie das Schlafhormon Melatonin hat. Wie genau Hopfen wirkt, ist wissenschaftlich noch nicht erforscht. Die Studienlage ist entsprechend dünn. Meistens wird Hopfen in Kombination mit anderen Pflanzen angeboten. So gibt es zum Beispiel häufig Baldrian-Hopfen-Auszüge oder auch Hopfen-Melisse-Johanniskraut-Essenzen (z.B. Ascavital-Relax )

Fazit: Hopfen kann wie Baldrian bei leichter Unruhe helfen und ruhigen Schlaf fördern.

Melisse

Melisse riecht nicht nur angenehm, sie kann auch bei nervösbedingten Schlafstörungen helfen. Ebenso ist Melisse dafür bekannt, den Magen zu beruhigen, weswegen sie Bestandteil vieler pflanzlicher Arzneimittel bei Magen- und Darmbeschwerden ist (z.B. Iberogast®). Stressbedingte Magenbeschwerden sind keine Seltenheit und äußern sich häufig durch einen aufgeblähten Bauch oder Verstopfung. Melisse kann hier Abhilfe schaffen.

Fazit: Melisse kann bei nevösbedingten Schlafstörungen und stressbedingten Magenbeschwerden unterstützen.

Hanf

Einen regelrechten Hype gab es in den letzten Jahren um das sogenante CBD aus Hanfblüten. CBD-Produkte haben keine berauschende Wirkung. Die Studienlage ist auch hier mäßig und ohne wesentliche Ergebnisse. Bis jetzt konnte kein wissenschaftlicher Beweis für die Wirksamkeit bei Schlafstörungen angebracht werden. Auch kann es bisweilen zu ungünstigen Nebenwirkungen kommen. Zudem ist die Konzentration in vielen Präparaten meist nicht hoch genug, um einen Effekt zu erzielen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Fazit: CBD-Produkte dürfen in der EU nicht als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden und werden meist als Raumduft angepriesen. Da es viele pflanzliche Alternativen zum CBD gibt, sollte eher auf diese zurückgegriffen werden.

Lavendel

Lavendel hat eine beruhigende Wirkung und wird sowohl innerlich als auch als Duftspray angewendet. Aber Achtung: Lavendel sollte nicht innerlich angewendet werden, wenn eine Fruktoseintoleranz vorliegt. Außerdem sollten Sie auf Nebenwirkungen wie Verdauungsberschwerden achten. Das Fachjournal Arznei-Telegramm hat einen kritischen Artikel zu Lavendel-Kapseln veröffentlicht. 

Dass der Duft des Lavendels beruhigt und beim Einschlafen helfen kann ist weitestgehend anerkannt. Es gibt Lavendelduft in zahlreichen Ausführungen. Als Kissenspray kann er zum Beispiel vor dem Schlafengehen auf das Bett gesprüht werden.

Fazit: Lavendel sollten Sie am besten als Duft genießen. Sprühen Sie den Lavendelduft vor dem Schlafengehen auf ihr Kissen.

Johanniskraut

Johanniskraut ist wohl eines der anerkanntesten Pflanzen, wenn es um Stress und Nervosität geht. Heute werden Johanniskraut-Arzneien bei leichter bis mittelschwerer Depression eingesetzt.

Johanniskraut ist eines der wenigen Pflanzen, bei der es positive Studienergebnisse gibt. Einen ausführlichen Artikel zum Thema Johannikraut finden Sie hier.

Fazit: Johanniskraut kann bei Stress helfen, ohne müde zu machen. Ist Stress der Grund für die Schlafstörungen kann es auch hier von Nutzen sein.

Griechischer Bergtee

Unser Liebling der Griechische Bergtee darf natürlich nicht auf unserer Liste fehlen. Wie wir schon in unserem Blogartikel beschrieben haben, kann Griechischer Bergtee (Sideritis scardica) das Stresslevel senken und die allgemeiner Stressresistenz erhöhen. Außerdem wirkt die Pflanze beruhigend und kann so auch bei Schlafproblemen helfen. Worauf Sie beim Kauf von Produkten mit Griechischem Bergtee achten sollten, haben wir hier für Sie erläutert.

Fazit: Griechischer Bergtee kann das Stresslevel senken und bei Einschlafproblemen helfen. Es gibt auch hier verschiedene Kombinationspräparate, etwa mit bestimmten Vitaminen oder auch mit Johanniskraut.

Fazit

Egal für welche pflanzliche Alternative Sie sich entscheiden, beachten Sie bitte, dass die Wirkung bei den meisten Mitteln erst nach mindestens zwei Wochen einsetzt. Versuchen Sie, Ihren Arbeitstag mit einem kleinen Ritual im Kopf abzuschließen. Auszüge aus Baldrian, Hopfen, Melisse, Lavendel, Johanniskraut und Griechischem Bergtee können dabei unterstützen, Stress zu reduzieren und beim Ein- und Durchschlafen helfen.

Bezugsquellen

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