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Pflanzliche Arzneien bei Magen-Darm-Beschwerden: Teil 3 Ein gesunder Darm als Basis unseres Wohlbefindens

Lesezeit: 4 Minuten

Eine Frau hält beide Hände auf ihren Bauch. Sie trägt ein türkisfarbenes T-Shirt und eine bunte Leggins. Der Bildausschnitt zeigt nur den Oberkörper und Hüften.

Unser Darm beherbergt Billionen Keime, Bakterien und Pilze – und das ist auch gut so. Man spricht hier vom „Mikrobiom“. Ist von der Darmflora die Rede, so sind alle Bakterien und Keime im Darm gemeint, während das Mikrobiom einen abgrenzbaren Bereich im Darm bezeichnet, der die größte Konzentration an Keimen, Bakterien und Pilzen beherbergt. Die Zusammensetzung des Mikrobioms ist äußerst wichtig für eine gute Verdauung und ein starkes Immunsystem.

In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Forschung im Bereich der Darmgesundheit exponentiell angestiegen. Es wird angenommen, dass zwischen Darm und Gehirn eine Verbindung besteht. So werden zum Beispiel von unseren Darmbakterien unter anderem die Glückshormone Serotonin und Dopamin produziert und gelangen durch die Darmwand in den Blutkreislauf.

 Man geht deshalb davon aus, dass psychische Leiden mit einem Ungleichgewicht im Mikrobiom zusammenhängen könnten. Eine gestörte Balance im Mikrobiom ist möglicherweise auch ein Faktor in der Entstehung von Übergewicht und Diabetis. 

Schlechte Ernährung schadet dem Darm

Immer wieder hört man den Ausdruck „hochverarbeitete Lebensmittel“ und welche schädlichen Auswirkungen sie haben können. Im Bereich Darmgesundheit spielt Ernährung eine große Rolle. Hochverarbeitete Lebensmittel zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie viele Zusatz- und/oder Konservierungsstoffe enthalten. Außerdem sind sie oft ballaststoffarm, reich an Zucker und enthalten wenige Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß. Dieses Zusammenspiel ist in vielerlei Hinsicht schädlich. Ballastoffe sind wichtig für die Verdauung und halten uns satt. Wer zu oft oder ausschließlich verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, isst mehr und das öfter. Zucker fördert Entzündungen im Körper – auch im Darm. Werden zu viele solcher Lebensmittel konsumiert kann das negative Auswirkungen auf die Darmgesundheit und unser Wohlbefinden haben. Die Zusammensetzung der Bakterien im Darm verändert sich und unsere Verdauung wird träge.

Auswirkungen von Antibiotka auf die Darmgesundheit

Die Einnahme von Antibiotika ist oft unumgänglich, trotzdem sollte ihr Einsatz sorgfältig abgewogen werden. Antibiotika zerstört viele wichtige Bakterien im Mikrobiom. Zwar erholt sich der Darm nach ein paar Monaten wieder – jedoch nicht vollständig. Oft verschwinden wichtige Bakterien dauerhaft aus dem Darm. Es gibt Darm-Aufbaukuren (Probiotika) in der Apotheke zu kaufen. Die Effektivität dieser Mittel ist jedoch umstritten. Weiter unten in diesem Artikel, erfahren Sie, wie Sie mit den richtigen Lebensmitteln und Heilpflanzen Ihrem Darm dabei helfen können, sich zu erholen.

Gesunde Darmflora mit richtiger Ernährung und pflanzlicher Hilfe

Es gibt zahlreiche Faktoren, die unsere Darmgesundheit beeinflussen. Eine ausgewogene Ernährung spielt dabei eine signifikante Rolle. Doch was genau sollte man zu sich nehmen, um den Darm zu unterstützen?

Die richtige Ernährung

Da es zu diesem Thema bereits viele informative Artikel gibt, möchten wir nur kurz auflisten, was Sie grundsätzlich in eine darmfreundliche Ernährung miteinbauen sollten.

Ballaststoffe: Helfen dem Darm bei der Entgiftung. Man findet sie in Nüssen, Vollkornprodukten, Gemüse, Obst, Flohsamen, Leinsamen und vielem mehr.

Aber Achtung: Wenn Sie sich aktuell ballaststoffarm ernähren, sollten Sie die Ballaststoffzufuhr nur langsam erhöhen (auf ca. 30 gr/Tag). Andernfalls kann es zu Verdauungsstörungen wie Verstopfung oder Blähungen kommen. Trinken Sie zudem ausreichend Wasser.

Natürliche Pro- und Präbiotika: Enthalten Milchsäurebakterien und stärken die Darmflora. Man findet sie in

1. Bestimmten Milchprodukten: z.B. Joghurt und Kefir
2. Obst und Gemüse: Zwiebeln, Knoblauch und Bananen
3. Fermentiertem: Sauerkraut oder anderes fermentiertes Gemüse.

Reinigung und Aufbau des Darms

Wenn der Darm bereits angegriffen ist, ist es sinnvoll ihn bei der Reinigung und Aufbau zusätzlich zu einer entsprechenden Ernährung durch Kräuter und Heilpflanzen zu unterstützen. Einige davon lassen sich leicht in Mahlzeiten einbauen, andere können Sie als Tee genießen.

Gerbstoffe reinigen die Darmwände und helfen dem Körper dabei, Schadstoffe auszuscheiden. Außerdem hemmen sie Entzündungen im Darm. Gerbstoffe sind enthalten in

1. Lebensmitteln wie Heidelbeeren und Bananen

2. Kräutern wie Rosmarin

3. Heilpflanzen wie Nelkenwurz, Blutwurz, Hamamelisblättern und schwarzer Tee

 

Hier finden Sie weitere Lebensmittel, die bei einer Darmsanierung unterstützen können. Außerdem finden Sie dort Hinweise, wie eine Darmaufbaukur durchgeführt wird.

Bitterstoffe verschwinden immer mehr aus unserer täglichen Ernährung, obwohl sie für viele Funktionen im Körper wichtig sind. Bitterstoffe regen den Speichelfluss an und sorgen so für die Produktion von Verdauungsenzymen. Sie verbessern den Leberstoffwechsel und fördern den Gallenfluss. Außerdem regen Bitterstoffe die Verdauung an.

Bitterstoffe wirken apettitanregend und dämpfen Heißhunger. Wer die Zuckerzufuhr senkt und Bitterstoffe in tägliche Ernährung einbaut, kann so seinen Heißhunger auf Süßes loswerden. Bitterstoffe gibt es als Präparate (z.B. Bitterliebe), sie sind aber auch enthalten in

1. Lebensmitteln wie Rucola, Endiviensalat, Rosenkohl, Spinat, Ingwer und Artischocken

2. Gewürzen wie Kurkuma, Zimt, Thymian, Estragon

3. Heilpflanzen wie Löwenzahn, Brennessel, Schafgarbe, Wermut, Baldrian

Weitere magenfreundliche Heilpflanzen und Gewürze

Kümmel als Gewürz, im Tee oder als Öl: Hilft bei Blähungen und beruhigt den Darm. Außerdem spielt Kümmel eine Rolle im Zellschutz und als Entzündungshemmer.

Pfefferminze als Tee oder Öl: Hilft bei Völlegefühl und Bauchschmerzen. Pfefferminze wirkt entkrampfend und wird häufig in der Therapie von Reizdarm-Patienten verwendet. Wer regelmäßig eine Tasse Pfefferminz-Tee trinkt tut gleichzeitig seinem Magen und Darm etwas Gutes.

Es gibt Kombinationspräterate mit Kümmel und Pfefferminze, die z.B. bei Magenkrämpfen eingesetzt werden.

Für Sie vielleicht auch interessant: Teil 1 Pflanzliche Hilfe bei Verstopfung oder Teil 2 Pflanzliche Hilfe bei Blähungen.

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